Herstellung einer spätrömischen Notmünze 

Im 4. und frühen 5. Jh. n. Chr. kam es zu Engpässen in der Versorgung mit „Bronzemünzen“ in den röm. Provinzen. Dies resultierte nicht zuletzt aus den Zerstörungen der gallischen Münzprägestätten aufgrund durchziehender oder plündernder Germanenstämme. Dem versuchten besonders die größeren Städte durch eigene Münzfertigungen entgegenzuwirken. Sie bedienten sich der Vorlage bestehender Silbermünzen und gossen sie im Wert gemindert nach oder fertigten sich eigene Stempel für die Prägung von Bleimünzen.

Eine Zeit lang hielt man sie für Münzfälschungen, als Silberimitate. Dieses ist als These allerdings nicht haltbar, da die metallischen Eigenschaften völlig unterschiedlich sind und sich gerade auch „Barbaren“ davon niemals hätten täuschen lassen. Heute tendiert man dazu, sie als eine Art geduldetes Notgeld zu betrachten.

Die Herstellungsschritte sind dabei folgende: 

  1. Herstellung einer Gusskette aus Blei oder einzelner Rohlinge
  2. Abschroten und Flachschlagen
  3. beidseitig Prägen mit einem Prägeschlag.

 Aufgrund der vorhandenen Toxizität wird bei Workshops das Blei durch Zinn ersetzt.

 

© artaes, Markus Gruner

Arbeitsschritte zur Herstellung einer Münze nach antikem Vorbild